Geschichte
hautnah
Ein Überlebender des Holocaust |
 |
| Am 5.07.07 erlebte die
Klasse 8c eine Geschichtsstunde der besonderen
Art. Der 80-jährige Justin Sonder aus Chemnitz
erzählte sehr eindrucksvoll, wie er die Zeit der
Machtübername der Nazis als Kind in Chemnitz
erlebte. |
 |
Weil seine Eltern
jüdischen Glaubens waren, wurde auch seine
Familie Opfers des Terrors. Seit 1938 durfte er
nicht mehr mit arischen Kindern in einer Schule
lernen, 1939 wurde er mit ein paar anderen
jüdischen Kindern in einer Behelfbaracke
unterrichtet. Später durften sie gar keine
Schule mehr besuchen.Die Juden mussten an der
Kleidung den gelben Judenstern tragen und wurden
überall in der Gesellschaft ausgegrenzt. Das
Hitlerregime behauptete, Juden seien eine Rasse.
Das ist falsch - es ist nur eine
Glaubensrichtung. |
1942 wurden die Eltern von Herrn
Sonder in Konzentrationslager geschickt. Seine Mutter
wurde kurze Zeit später im KZ Auschwitz vergast. Justin
blieb als 15-jähriger zunächst allein inChemnitz
zurück. Er war auf sich allein gestellt. Von der
Bevölkerung hatte er nicht viel Hilfe zu erwarten. So
war es für ihn ein besonderer Tag, wenn der Fleischer
ihm ein Stückchen Fleisch verkaufte, denn Jugen bekamen
eigentlich nur Knochen. Solche kleine Funken von
Solidarität halfen ihm, nicht zu verzweifeln. 1943 wurde
auch er verhaftet und in ein Arbeitslager gebracht. Der
Tod war dort allgegenwärtig und auch die tägliche Angst
davor. Im KZ hörten die Menschen auf zu existieren.
Herr Sonder zeigte uns die
Nummer, die in seinen Arm tätowiert wurde. Er
hatte keinen Namen mehr. Justin überlebte 16
Selektionen. Dort wurden die Häftlinge
"sortiert". Es wurden die auf eine
Liste gesetzt, die vergast werden sollten.
Millionen Juden wurden auf diese grausame Art und
Weise von den Nazis ermordet.
Herr Sonder hat es sich zur Aufgabe
gemacht, an diese Verbrechen zu erinnern. Er sagt
uns nachfolgenden Generationen, dass wir zwar
keine Schuld haben, aber er bittet uns, die
Verantwortung für dieses dunkle Kapitel der
deutschen Geschichte mit zu übernehmen. |
 |
|