Startseite > Geschichte hautnah 2007-11-26



Geschichte hautnah
Ein Überlebender des Holocaust


Am 5.07.07 erlebte die Klasse 8c eine Geschichtsstunde der besonderen Art. Der 80-jährige Justin Sonder aus Chemnitz erzählte sehr eindrucksvoll, wie er die Zeit der Machtübername der Nazis als Kind in Chemnitz erlebte.
Weil seine Eltern jüdischen Glaubens waren, wurde auch seine Familie Opfers des Terrors. Seit 1938 durfte er nicht mehr mit arischen Kindern in einer Schule lernen, 1939 wurde er mit ein paar anderen jüdischen Kindern in einer Behelfbaracke unterrichtet. Später durften sie gar keine Schule mehr besuchen.Die Juden mussten an der Kleidung den gelben Judenstern tragen und wurden überall in der Gesellschaft ausgegrenzt. Das Hitlerregime behauptete, Juden seien eine Rasse. Das ist falsch - es ist nur eine Glaubensrichtung.

1942 wurden die Eltern von Herrn Sonder in Konzentrationslager geschickt. Seine Mutter wurde kurze Zeit später im KZ Auschwitz vergast. Justin blieb als 15-jähriger zunächst allein inChemnitz zurück. Er war auf sich allein gestellt. Von der Bevölkerung hatte er nicht viel Hilfe zu erwarten. So war es für ihn ein besonderer Tag, wenn der Fleischer ihm ein Stückchen Fleisch verkaufte, denn Jugen bekamen eigentlich nur Knochen. Solche kleine Funken von Solidarität halfen ihm, nicht zu verzweifeln. 1943 wurde auch er verhaftet und in ein Arbeitslager gebracht. Der Tod war dort allgegenwärtig und auch die tägliche Angst davor. Im KZ hörten die Menschen auf zu existieren.

Herr Sonder zeigte uns die Nummer, die in seinen Arm tätowiert wurde. Er hatte keinen Namen mehr. Justin überlebte 16 Selektionen. Dort wurden die Häftlinge "sortiert". Es wurden die auf eine Liste gesetzt, die vergast werden sollten. Millionen Juden wurden auf diese grausame Art und Weise von den Nazis ermordet.

Herr Sonder hat es sich zur Aufgabe gemacht, an diese Verbrechen zu erinnern. Er sagt uns nachfolgenden Generationen, dass wir zwar keine Schuld haben, aber er bittet uns, die Verantwortung für dieses dunkle Kapitel der deutschen Geschichte mit zu übernehmen.



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